Anthropics Sonnet 4.6 schließt die Lücke: Mittelklasse-KI erreicht jetzt das Flaggschiff des letzten Jahres

February 18, 2026
Claude
4 min

Zusammenfassung der Nachrichten

Anthropic hat am Dienstag, dem 17. Februar 2026 (10:00 Uhr PST), offiziell Claude Sonnet 4.6 veröffentlicht. Dies ist die zweite große Veröffentlichung eines KI-Modells des Unternehmens in weniger als zwei Wochen. Die Einführung folgt auf die Veröffentlichung von Claude Opus 4.6 am 5. Februar 2026 (13 Tage zuvor) und unterstreicht das rasante Entwicklungstempo in der KI-Branche.

Das neue Modell wird zum Standard für Nutzer von kostenlosen und Pro-Plänen auf Claude.ai, der Weboberfläche von Claude, und der neu veröffentlichten Desktop-App Claude Cowork – ohne zusätzliche Kosten.

Was ist neu: Wichtige Upgrades

1. Erweitertes Kontextfenster – 1 Million Tokens (Beta)

Das Hauptmerkmal ist ein Kontextfenster von 1 Million Tokens, das jetzt in der Beta-Version verfügbar ist und das bisher größte in Sonnet-Klasse-Modellen angebotene Kontextfenster verdoppelt. Anthropic beschreibt dies als ausreichend, um "ganze Codebasen, lange Verträge oder Dutzende von Forschungsarbeiten in einer einzigen Anfrage" zu verarbeiten – eine Fähigkeit, die bisher Opus 4.6 vorbehalten war.

2. Deutlich verbesserte Coding-Fähigkeiten

Anthropic gibt an, dass Entwickler mit frühem Zugang "Sonnet 4.6 mit großem Abstand seinem Vorgänger vorziehen" – und in vielen Fällen sogar dem bisherigen Flaggschiff Claude Opus 4.5 (November 2025). Zu den Verbesserungen gehören eine stärkere Konsistenz, eine bessere Befolgung von Anweisungen, Code-Logik mit langem Kontext und eine intelligentere Debugging-Logik. Claude Code, die agentenbasierte Coding-CLI von Anthropic, bevorzugte die Ausgaben von Sonnet 4.6 in etwa 70 % der Fälle gegenüber früheren Modellen.

3. Fortgeschrittene Computer-Nutzungsfähigkeiten

Auf dem OSWorld-Verified-Benchmark – der testet, wie gut KI-Agenten reale Desktop- und Web-Software bedienen können – erzielte Sonnet 4.6 72,5 %, gegenüber 61,4 % beim vorherigen Sonnet-Modell, und übertraf damit sogar die 66,3 % von Claude Opus 4.5. In dieser Metrik liegt es nun nur noch 0,2 Prozentpunkte hinter dem eigenen Flaggschiff Opus 4.6 von Anthropic.

4. Agentenbasierte Büroaufgaben-Leistung

Anthropic positioniert Sonnet 4.6 als fähig, komplexe Büroaufgaben zu erledigen, die bisher Opus-Klasse-Modelle erforderten – einschließlich der Navigation in Tabellenkalkulationen, dem Ausfüllen mehrstufiger Webformulare und der Verwaltung von Browser-Recherche-Sitzungen mit mehreren Tabs. Ben Kus, CTO von Box, bestätigte, dass Sonnet 4.6 bei tiefgehenden Q&A-Aufgaben in Unternehmensdokumenten-Workflows seinen Vorgänger um 15 Prozentpunkte übertraf.

5. Stärkeres Sicherheitsprofil

Laut den internen Sicherheitsbewertungen von Anthropic zeigt Sonnet 4.6 erhebliche Verbesserungen bei der Resistenz gegen Halluzinationen und externe Manipulation im Vergleich zu Sonnet 4.5 und schneidet in Sicherheits-Benchmarks ähnlich wie Opus 4.6 ab. Anthropic beschreibt das Modell als "breit warmherzig, ehrlich, prosocial und manchmal lustig".


Preise: Wie zuvor

Trotz der erheblichen Fähigkeitsverbesserungen hat Anthropic die Preise über die API unverändert bei 3 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 15 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens belassen – identisch mit Sonnet 4.5. Claude Pro für Einzelpersonen kostet weiterhin 20 US-Dollar pro Monat (oder 17 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Abrechnung). Claude Opus 4.6 kostet weiterhin 5 US-Dollar/25 US-Dollar pro Million Tokens.


Wettbewerbskontext

Die Veröffentlichung verschärft den Wettbewerb mit OpenAI und Google. Interne Benchmarks zeigen, dass Sonnet 4.6 Google Gemini 3 Pro und OpenAI GPT 5.2 bei agentenbasierten Finanzanalysen und Büro-Workloads übertrifft. In einigen Kategorien übertraf Sonnet 4.6 sogar Anthropic's eigenes Opus 4.6 – ein bemerkenswerter interner Sprung.

Die Dynamik von Anthropic im Unternehmensbereich beschleunigt sich: Die Kunden, die jährlich über 100.000 US-Dollar für Claude ausgeben, sind im Jahresvergleich um das 7-fache gestiegen, und diejenigen, die über 1 Million US-Dollar jährlich ausgeben, sind von etwa 12 vor zwei Jahren auf heute über 500 angewachsen. Das Unternehmen wurde kürzlich nach einer Finanzierungsrunde von 30 Milliarden US-Dollar mit 380 Milliarden US-Dollar bewertet.


Was kommt als Nächstes

Ein aktualisiertes Haiku-Modell (die kleinste und schnellste Stufe von Anthropic) wird in den kommenden Wochen erwartet und dürfte die vollständige Aktualisierung der 4.6-Modellfamilie abschließen. Eine Windows-Version von Claude Cowork ist ebenfalls in Entwicklung und derzeit nur für macOS verfügbar.


Fazit

Claude Sonnet 4.6 stellt einen strategischen Schritt dar, um die Leistung der Opus-Klasse zu günstigeren Mittelklasse-Preisen zugänglich zu machen – und damit fortschrittliche KI für den alltäglichen Unternehmenseinsatz zu demokratisieren. Da sich das Rennen um KI-Modelle von der reinen Benchmark-Jagd hin zur operativen Effizienz verlagert, könnte die Wette von Anthropic auf praktischen Durchsatz, Sicherheit und Kostenoptimierung die nächste Phase der KI-Adaption in Unternehmen definieren.