Nvidia gibt meilensteinbezogenes Abkommen auf, setzt 30 Milliarden US-Dollar direkt auf OpenAI-Beteiligung
Nvidia rückt einer direkten Beteiligung von 30 Milliarden US-Dollar an OpenAI nahe und ersetzt gescheiterten 100-Milliarden-Dollar-Infrastrukturpakt
Deal-Übersicht
Nvidia (NASDAQ: NVDA) steht kurz vor dem Abschluss einer direkten Eigenkapitalinvestition in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber Reuters und CNBC bestätigten (Stand: Donnerstag, 19. Februar 2026, Eastern Time). Der Deal ist Teil einer massiven Finanzierungsrunde, bei der OpenAI insgesamt mehr als 100 Milliarden US-Dollar aufnehmen will – eine der größten privaten Kapitalbeschaffungen in der Geschichte der Technologie.
Bei einer Bewertung vor der Kapitalerhöhung von rund 730 Milliarden US-Dollar würde die Runde die Bewertung von OpenAI nach der Kapitalerhöhung auf etwa 830 Milliarden US-Dollar anheben und damit seinen Status als eines der wertvollsten privaten Unternehmen der Welt festigen.
Ein strategischer Schwenk: Vom Infrastrukturdeal zu reinem Eigenkapital
Diese neue Zusage von 30 Milliarden US-Dollar markiert eine deutliche Abkehr von einer früheren Vereinbarung, die im September 2025 angekündigt wurde, als Nvidia und OpenAI eine Absichtserklärung für eine Infrastrukturpartnerschaft im Wert von 100 Milliarden US-Dollar vorlegten. Im Rahmen dieses früheren Rahmens hätte Nvidia schrittweise investiert, sobald OpenAI bis zu 10 Gigawatt KI-Rechenleistung unter Verwendung der Vera Rubin-Plattform von Nvidia bereitgestellt hätte – mit einer anfänglichen Tranche von 10 Milliarden US-Dollar, die an das erste Gigawatt gebunden war.
Diese Vereinbarung kam jedoch nie über eine unverbindliche Absichtserklärung hinaus. Die Verhandlungen dauerten weitaus länger als erwartet, und im Januar 2026 deuteten Berichte darauf hin, dass der 100-Milliarden-Dollar-Plan effektiv ins Stocken geraten war.
Die überarbeitete Struktur durchbricht diese Komplexität. Die neue Investition von 30 Milliarden US-Dollar ist eine direkte Beteiligung am Eigenkapital ohne an Bereitstellungsmeilensteine gebunden zu sein, was beiden Unternehmen angesichts der sich schnell verändernden Wettbewerbslandschaft im KI-Bereich mehr Flexibilität bietet.
OpenAIs Kapitalpläne und Nvidias Hardware-Dominanz
Trotz der strategischen Umstrukturierung bleibt die finanzielle Beziehung zwischen den beiden Unternehmen tief symbiotisch. OpenAI plant, einen erheblichen Teil des neuen Kapitals in den Kauf von Nvidia-Chips zu reinvestieren – die GPUs, die das Training und die Bereitstellung seiner Flaggschiffmodelle, einschließlich ChatGPT, ermöglichen.
OpenAI-CEO Sam Altman bezeichnete frühere Gerüchte über eine Kluft zwischen den beiden Unternehmen auf dem AI Impact Summit in Neu-Delhi (Eastern Time: Donnerstagabend, 19. Februar) als "Wahnsinn". Er bekräftigte, dass OpenAI voraussichtlich ein "gigantischer Kunde" von Nvidia bleiben werde und dass das Unternehmen weiterhin ein reichhaltiges Hardware-Portfolio nutzen werde, einschließlich der Vera Rubin-Plattform der nächsten Generation von Nvidia.
Der Umsatz von OpenAI überstieg Berichten zufolge im Jahr 2025 20 Milliarden US-Dollar und bot damit eine starke kommerzielle Grundlage zur Unterstützung seiner enormen Infrastrukturausgaben.
Wer ist noch in der Runde?
Die Finanzierungsrunde ist so strukturiert, dass sie in zwei Phasen abgeschlossen wird. Die erste Phase stammt von strategischen Investoren, darunter:
- Amazon (AMZN)
- Microsoft (MSFT)
- Nvidia (NVDA)
- SoftBank Group (obwohl SoftBank in einer Gewinnmitteilung letzte Woche erklärte, dass "nichts entschieden wurde")
Es wird erwartet, dass in einer zweiten Tranche ein breiterer Pool von Finanzinvestoren folgt. Quellen deuten darauf hin, dass die Vereinbarung bereits an diesem Wochenende (ungefähr am 22. Februar 2026, Eastern Time) abgeschlossen werden könnte.
Marktkontext und Branchenimplikationen
Der Deal kommt in einer Zeit der Turbulenzen für den breiteren Technologiesektor. US-Tech-Aktien sind seit Anfang 2026 um etwa 17 % gefallen, teilweise bedingt durch Bedenken hinsichtlich KI-Bewertungen, zirkulärer Finanzstrukturen unter den Akteuren des KI-Ökosystems und des Risikos der Sektorkonzentration.
Nvidias Schritt zu einer direkten Beteiligung am Eigenkapital – anstelle einer lieferabhängigen Investition – wird weithin als Versuch gesehen, die strukturelle Komplexität zu reduzieren und eine klare Eigentümerposition im KI-Führer zu sichern. Branchenanalysten stellen fest, dass Chip-Hersteller, Cloud-Anbieter und KI-Modellentwickler zunehmend miteinander verflochten sind, was es schwierig macht, Lieferanten von Kunden und Investoren zu unterscheiden.
Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte in einem CNBC-Interview Anfang des Monats, dass es "keinen Zweifel" gebe, dass Nvidia in die nächste Finanzierungsrunde von OpenAI investieren würde, was Vertrauen in den Deal signalisierte, auch während die Verhandlungen andauerten.
Sollte die 30-Milliarden-Dollar-Beteiligung von Nvidia finalisiert werden, wäre sie eine der bedeutendsten Investitionen in der Geschichte der künstlichen Intelligenz, die die enge Bindung zwischen Hardware-Dominanz und KI-Innovation stärkt – und das Machtgleichgewicht im globalen Technologiesektor weiter neu gestaltet.